Ich habe die Tage eine wichtige Lektion gelernt:
Papier == Produktivität
Lange habe ich Papier verschmäht, da meine Handschrift eher mies als mäßig ist, Aufzeichnungen schnell verlegt oder verloren sind und ein Blatt A4-Papier weder handlich zu transportieren noch motivierend ist, wenn es in voller Größe und leer vor einem liegt.
Karteikarten schaffen da Abhilfe. Vorallem im Format A7. Die passen in jede Hosentasche, besonders gut in Gesäßtaschen. Auf 15 Karteikarten zu sitzen ist wirklich kein Problem :)
Papier ab 160g/m² hält sich dort auch sehr gut, besonders in einer dafür gebastelten Hülle.
So habe ich mir einen HipsterPDA gebastelt, welcher kleine Kalender für die restlichen Monate des Jahres, ToDo-Listen und vorallem leere Karteikarten für Gedanken aller Art beinhaltet.
Wenn mal schnell eine Einkaufsliste gemacht werden soll, ein "netter" Charakterzug für den fiesen Rollenspiel-NPC durch die Hirnwindunge blitzt oder mir einfällt, dass ich unbedingt noch die Software XY ausprobieren will, wenn ich zuhause bin, einfach schnell den Stift gezückt und notiert. Die Karten werden dann zuhause "ausgewertet", absortiert, abgearbeitet, vernichtet.
Stifte... bis dato nie einen dabei gehabt, wenn ich einen brauchte. Kugelschreiber normaler Größe nerven in der Hosentasche, einen Rucksack hat man nicht immer dabei, eine Handtasche als Mann ohnehin nicht. Kleine Stifte liegen mies in der Hand. Bleistifte tendieren dazu zu brechen, stumpf zu sein oder sich im spitzen Zustand da ins Fleisch zu bohren, wo man es sicher nicht will.
Großartig ist da der Fisher Space Pen "Bullet", der gerade mal knappe 10cm lang ist, keine spitzen oder scharfen Kanten hat und nicht dicker ist als ein 08/15-Bleistift.
Zieht man die Kappe ab und steckt sie hinten auf den Stift auf, ist dieser auf einmal 13cm lang, liegt sehr angenehm balanciert in der Hand und die Mine schreibt so ziemlich immer und überall. Auch über Kopf, unter Wasser, durch Butter und bei 0G. Zugegeben, diese Features braucht man selten (oder nie), aber auf dem Bett auf Normalpapier schreiben geht z.B. auch :)
Ich habe nicht den originalen Fisher-Pen, sondern den Nachbau (?) von Diplomat. Tut aber genauso. Dieser hat seinen Platz bei den Karteikarten in der Gesäßtasche gefunden und hat beim Sitzen bisher noch nie gestört. Kostenpunkt: 20 €ier. Alle ca. 5km ist ein Ölwechsel nötig, neue Minen sind für knappe 6 €uronitos zu haben.
[edit] Tja... Zu früh gefreut. Nach einer Zeit des Stift-in-der-Tasche-tragens ist der matt-schwarze Lack zerkratzt vom Paperclip am HPDA und die Mine ist bei weitem nicht so zuverlässig wie erhofft. Immernoch besser als ein 08/15-Kuli, vorallem wegen der Größe, aber sicher nicht optimal. Mal sehen, ob ich nicht doch einen original Fisher auftreiben kann. Vielleicht ja in Lübeck oder Hamburg. [/edit]
Willkommen im analogen Zeitalter, Herr Jar.
2009-08-01
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